Archive for the 'Umweltschutz' Category

Schadstoffeinleitung von Seeschiffen

Obwohl der Ladungstransport der Seeschifffahrt im Vergleich zu anderen Transportmitteln relativ effizient, sicher und umweltschonend ist, so ist er doch beteiligt an Umweltschäden und verantwortlich für etwa 40% der Öleintritte in die Meere.

Schadstoffeinleitung der Seeschiffe:

  • Kraftstoff- und Schmierölrückstände aus der Filterung und Separierung, Erdöle, verdampfende Erdölgase aus der Ladung infolge hoher Transporttemperatur, Kaltreiniger.
  • Bilgenwasser aus Maschinenraum- und Pumpenraumbilgen, schmutziges Ballastwasser (Einschleppen von Algen, Muscheln, Krebsen und toxischen Mikroorganismen), Schiffsabwasser (Grauwasser, bestehend aus Wäscherei-, Küchenabwasser, Wasch-, sowie Duschwasser und Schwarzwasser, zusammengesetzt aus Toilettenabwasser und Fäkalien).
  • Schiffsmüll, z.B. ölige Putzlappen, Glas, Papier, Speiseabfälle usw.
  • Chemikalien aus fester und flüssiger Ladung.
  • Toxische Antifouling-Außenbordsfarben.
  • Kessel- und Motorenabgase sowie unverbrannte Kraftstoffrückstände aus den Verbrennungsprozessen. Dazu zählen z.B. die schädlichen Abgase NOx, SO2, SO3, CO sowie HC und Ruß.
  • Kältemittel (Frigene) aus den Leckagen in Proviant-, Klima- und Ladungskühlanlagen.
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Maßnahmen zum Schutz der Meere

In den 20er und 30er Jahren ergriffen verschiedene Länder nationale Maßnahmen zur Kontrolle der Öleinleitung in ihren Häfen und Hoheitsgewässern. Jedoch wurde bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges keine Übereinkunft für internationale Maßnahmen erzielt. Erst durch die Aktivitäten der UNO nahm eine von Großbritannien einberufene Konferenz im April 1954 das Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Verschmutzung durch Öl (OILPOL) an, das bi 1959 in Großbritannien hinterlegt war. Anschließend erfolgte die Übernahme der Verantwortung für das Übereinkommen durch die gegründete IMCO, seit 1982 umbenannt in IMO (International Maritime Organization, eine Unterorganisation der UNO).

OILPOL richtet sich hauptsächlich gegen di vom normalen Tankerbetrieb herrührende Ölverschmutzung (z.B. Ladeöltankreinigung, Ballastwasser in Ladeöltanks). Bis 1954 war es Tankerpraxis, die Erdöl-/Wassergemische der Ladeöltanks ins Meer zu pumpen. Aufgrund des gewaltigen Anstiegs der Meeresverschmutzung beschloß 1969 die IMO (1967 Strandung des Tankers Torrey Canyon vor der englischen Küste mit 80000t Erdölauslauf) eineinternationale Konferenz zur Erarbeitung eines völlig neuen Abkommens für Meeresumweltschutz einzuberufen. Die Konferenz trat 1973 in London mit dem Konferenzergebnis MARPOL 73 (MARine POLlution) zusammen. 1978 wurde MARPOL in einer Reihe von Vorschriften geändert. Hierbei entstand das heute gültige MARPOL 73/78.

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